September 9, 2009

JÜRGEN RÜTTGERS UND DIE FRAGE: DÜRFEN LISPLER IN DIE POLITIK?

Rüttgers
Die Antwort lautet: Nein, aber sie tun es trotzdem. Neben Vorzeigelispler Jürgen Rüttgers, dessen dumpfe Rassismus-Tirade auf rumänische Arbeiter gestern für Furore sorgte und der bereits vor einigen Jahren mit dem Wahlslogan „Kinder statt Inder“ im Kampf um Wählerstimmen zu punkten versuchte, ist auch Holger Apfel, MdL in Sachsen für die NPD stolzes Mitglied einer politischen Minderheit, die scheinbar Unvereinbares spielend leicht zusammenführt: Einen herben Sprachfehler und eine Karriere als Parlamentarier/Politiker.

Böse Stimmen behaupten ja, es sei doch nur allzu leicht nachvollziehbar, dass gerade die Lispler den Weg in die Politik suchten: Sie sind es ja schließlich, die früher gehänselt wurden und sich jetzt kompensatorisch rächen müssen, in dem sie sich vor den anderen brüsten, so ganz nach dem Motto: Schaut her, ich lisple, und ihr hört mir trotzdem zu!

Im Falle eines Holger Apfel ist es nicht leicht, dieses Stereotyp von der Hand zu weisen; er wirkt tatsächlich wie ein gebissener Hund. Auch Rüttgers ist eine ganz schöne Pfeife.

Auch im Showgeschäft wimmelt es ja übrigens so vor Lisplern, siehe Katja Burkhard von „RTL Punkt 12“ oder die nervige Transe Desirée Nick, die (warum auch immer) von Reportern auch des öfteren als „die Nick“ bezeichnet wird, vielleicht, weil sie so einen auf Grand Dame macht, oder wegen irgend einem ähnlichen Blödsinn.

Zur Eingangsfrage sei noch erwähnt, dass ich selbst in Deutschland wenige Politiker kenne, die so dröge, einfältig, humorlos, arrogant und gleichzeitig inkompetent daherkommen wie Rüttgers; doch das wäre aller Wahrscheinlichkeit nach auch ohne sein halb gespucktes S der Fall.

September 9, 2009

STUTTGARTER POLIZEI MACHT

DRITTWELTLÄNDERN

KONKURRENZ

Männer in Grün versagen bei nächtlichem Einsatz

Bulle

Die angeblich so zuverlässige Stuttgarter Polizei (regelmäßig brüstet man sich damit, sicherste deutsche Großstadt zu sein) hat gestern bei einer Ruhestörung in Stuttgart-Süd ein beispielloses Debakel erlebt. Nachdem sich mehrere Anwohner gegen 1 Uhr in einer zentral am Marienplatz gelegenen Straße über unerträglichen Lärm beschwert hatten, der scheinbar von einer Geburtstagsfeier verursacht wurde, benötigte die Polizei über eine (1!) Stunde, um nach dem Rechten zu sehen. Da sich die Teilnehmer gegen 2 Uhr offenbar entschlossen hatten, die Musik auszumachen oder mit geschlossenen Fenstern weiterzufeiern, war der Polizeieinsatz um diese Zeit sowieso hinfällig geworden.

Ich stelle mir zu diesem Fall mehrere Fragen: Was passiert, wenn jemand auf der Straße überfallen wird, mehrere Zeugen bei der Polizei anrufen und diese ebenfalls eine Stunde braucht, um am Tatort zu erscheinen? Was, wenn kleine Kinder angegangen oder belästigt werden? Was, wenn Einbrecher im Haus sind und schnelle Hilfe nötig ist? Natürlich kann man jetzt sagen, dass ein Unterschied zwischen einem Überfall und einer Ruhestörung besteht; und das mag auch stimmen. Trotzdem frage ich mich, wozu man eigentlich ein Polizeirevier finanziert, das ausschließlich für einen Stadtteil zuständig ist und es nicht fertig bringt, in weniger als einer halben Stunde einen einfachen Fall von Ruhestörung zu lösen. Was kann denn in einer Mittwochnacht schon alles passiert sein, dass alle Fahrzeuge im Einsatz sind? Gab es Krawalle, Ausschreitungen? Morde? Davon müsste doch etwas in der Zeitung stehen? Oder man müsste zumindest davon gehört haben! Ich zumindest habe nichts dergleichen gehört, was vermutlich daran liegt, dass es eine relativ ruhige Nacht war. So ruhig, dass sich die Beamten wohl einfach mal ein bißchen mehr Zeit genommen haben, während Anwohner, für deren Wohl sie eigentlich zuständig sind, um den Schlaf gebracht wurden. Ich kann mir jedenfalls kaum vorstellen, dass ein ähnlicher Fall in der Demokratischen Republik Kongo länger gedauert hätte und noch ineffektiver gelöst worden wäre. Es ist für eine Stadt wie Stuttgart einfach nur peinlich!


DER 4000€-NETTO-PLAN

August 27, 2009

couch-potatoe

Es soll ja Leute geben, die naserümpfend auf Privatsender wie RTL runterschauen und die immer noch denken, „Bildungsfernsehen“ (was heißt das eigentlich?) finde man woanders, etwa bei ARD oder ZDF .

Falsch gedacht!

Auf RTL kann man sich, wie ich heute herausgefunden habe, ganz hervorragend weiterbilden. Genauer gesagt in der „Oliver Geissen Show“ (Montag-Freitag, 14-15 Uhr).

Heute Mittag wurde in der Sendung eine Frage beantwortet, die ich mir schon das ein oder andere mal gestellt, auf die ich aber noch nie wirklich eine konkrete Antwort gefunden hatte. Die Frage lautet: Was muss man eigentlich leisten, um 4000€ netto einzustreichen?

Tja, was? Staatsdienst? Sich hocharbeiten, 10, 20 Jahre im Betrieb? Sich selbstständig machen? Sich hochschlafen? Und wenn ja, dann wo? Immer diese vagen Vermutungen, Behauptungen. Eine typische Frage der Kategorie „keiner weiß was genaues“; keiner will’s ja auch gewesen sein. Vielleicht Arzt werden und 24-Stunden-Schichten schieben? Es war zum Verzweifeln, bis zur Sternstunde in der Olli Geissen Show eben. Denn jetzt habe ich die Antwort:

Kinder kriegen! Und zwar nicht zu knapp. Eine zehnfache Mutter nahm gegen 14.20 Uhr auf dem Ikea-Sessel im Kölner RTL-Studio platz, so Mitte 40, sah ertwas runtergekommen aus, aber durchaus noch im Bereich des Normalen. Auf die Frage Geissens, wie viel sie als Arbeitssuchende denn zusammen mit ihrem Mann, ebenfalls arbeitssuchend, zur Verfügung hätte, hatte sie Interessantes zu berichten!  Ja, das wären so um die 4000€ netto, entgegnete die Frau, ohne mit der Wimper zu zucken. Man bekomme ja schließlich Hartz IV, Elterngeld, Kindergeld, und, ach ja, ihr Mann zusätzlich ja noch ALG.

Ist es nicht schön, wie der Staat den Kinderreichtum fördert? Ist es nicht wunderbar, nicht arbeiten gehen zu müssen und trotzdem mehr zu verdienen als Angestellte, Lehrer, Manager, Ärzte?

Die Antwort liegt auf der Hand: Ja, es ist wunderschön. Es ist so wahnsinnig schön, dass ich heulen könnte!

Was soll das ganze Gerede auch über leere Staatskassen, über die Wirtschaftskrise, über einen aufgeblähten Wohlfahrtsstaat, der Leistung weder fördert noch belohnt, der den Mittelstand bis zur Erstickung belastet und Deutschland ruiniert. Alles Peanuts, alles nur Randnotizen, solange der Kinderreichtum in diesem Lande gefördert wird und weiterhin asoziale Eltern mit ihren Zehnerbanden glücklich durch den REWE spazieren und Steuergelder für Bier und Markenzigaretten ausgeben, um danach daheim die Glotze anzuschmeißen und Asi-TV auf ARD und ZDF zu schauen.

Ja, das ist alles wunderschön. Danke, Bildungsfernsehen! Danke, Olli Geissen!

Rummenigge

Warum versteht der Vorstand des

FC Bayern nicht, was alle anderen

verstehen?

Warum versteht der Vorstand des FC Bayern nicht, was alle anderen verstehen?

Wie offensichtlich müssen Schwachstellen und Baustellen in einer Mannschaft eigentlich sein, damit erfahrene Manager und Vorstände, denen man Fußball-Sachverstand nicht absprechen kann, ein Einsehen haben?

Nach der vollkommen unverständlichen Abgabe von jahrelangen Leistungsträgern mit Weltklasseforman (Lucio, Zé Roberto) und nach Einkäufen, die mehr Kaderverbreiterung als –verstärkung sind (Pranjic, Braafheid), ist der FC Bayern gerade dabei, weiter an Glaubwürdigkeit einzubüßen: Nach Meldungen mehrerer Zeitungen scheint der Transfer von Arjen Robben von Real Madrid für 25 Mio € beschlossene Sache zu sein.

Noch ein Offensivspieler also! Angesichts der klaffenden Lücken in Tor und Abwehr kann man nur den Kopf schütteln. Der FC Bayern befindet sich im Sturzflug; nicht nur, was das Spielermaterial angeht. Der Respekt, die Angst, die die anderen Klubs jahrelang hatten, scheinen (zurecht) flöten gegangen zu sein. Andere Mannschaften haben den Münchnern mittlerweile den Rang abgelaufen, und es könnte sein, das dies ein Vorbote der nächsten Jahre ist. Hamburg, Stuttgart, Wolfsburg – mit Einschränkungen auch Bremen – sind die Mannschaften nicht nur der Stunde. Sie haben sich kontinuierlich starke Teams aufgebaut und ernten nun die Früchte.

Bayern hat schon lang kein internationales Format mehr, seit dem CL-Titel 2001 hat ein erbärmlicher Sturzflug stattgefunden, infolge dessen jeglicher internationaler Respekt eingebüßt wurde. Dass sich dieser Trend nun auch national fortsetzt und die jahrelange Bundesliga-Vorherrschaft verlorenzugehen droht, ist schade, aber vor allem folgerichtig und die Konsequenz aus Überheblichkeit, mangelnder strategischer Ausrichtung und operativen Panikattacken, die sich in Transferschnellschüssen à la Robben niederschlagen. Doch spätestens jetzt muss klar sein, dass mit Kraftakten wie der berüchtigten Aktion „Festgeldplünderung“ keine Blumentöpfe zu gewinnen sind, sondern mit klaren Konzepten und einem vernünftigen Kaderaufbau.

Aus diesen Gründen plädiere ich für einen kompletten Austausch des gesamten Vorstands. Die Führungslosigkeit ist es nämlich, die den FC Bayern so hat verkommen lassen, und Führungsstärke ist es, die den FC Bayern wieder auf die richtige Bahn bringen könnte.

Wie „sueddeutsche.de“ heute berichtet, fühlen sich einige Moslems vom Schalker Vereinslied „Blau und weiß wie lieb’ ich dich“ in ihren religiösen Gefühlen verletzt. Das Lied, das  1924 geschrieben wurde, enthält folgende Zeilen: „Mohammed war ein Prophet, der vom Fußballspielen nichts versteht. Doch aus all der schönen Farbenpracht hat er sich das Blau und Weiße ausgedacht.“ Da einige Moslems es scheinbar nicht lustig finden, dass ihr „Prophet“ Mohammed „verhöhnt“ wird, ist nun also ein „heftiger Glaubensstreit“ (sueddeutsche.de) entbrannt.

MohammedDagger Es wäre ja jetzt langweilig, mal wieder darauf hinzuweisen, dass wir in einem einigermaßen zivilisierten Land leben, in dem es Presse- und Meinungsfreiheit gibt (wobei die Vereinshymne ja eigentlich keine Meinung ist). Außerdem kann man sich wohl nur schwer vorstellen, dass die Texter des Liedes 1924 beabsichtigten, einen Propheten zu beleidigen. Und hätten sie es beabsichtigt, wäre das ihr gutes Recht gewesen.

Beleidigt sein aufgrund religiöser Gefühle ist LANGWEILIG! Lasst euch was Neues einfallen, beleidigte Moslems! Überall und jeden Tag werden in diesem Land Menschen wirklich verhöhnt und sind nicht beleidigt, und wenn sie es sind, dann interessiert es niemanden! Und niemand würde auf die Idee kommen, ein Verbot einer Meinung zu fordern, die ihm nicht passt (ok, stimmt nicht ganz, ich habe Christen, Juden und Moslems außen vor gelassen).

Ist es so schwer zu verstehen? Aber reflexartig werden die „religiösen Gefühle“ ernstgenommen. Man will ja niemandem ans Bein pinkeln. Schon gar nicht den Moslems, denn die könnten ja eine Bombe explodieren lassen. Populismus? Von wegen! Ein reiner Angstreflex. Wir lassen uns einschüchtern.

Blau und weiß, wie lieb’ ich dich (in diesem Fall, ausnahmsweise)! Und lass’ deine Hymne, wie sie ist!

EUNiemand kann den Sinn der EU erklären. Niemand. Noch nie konnte einer sagen, wozu die EU gut ist. Warum? Weil es keiner weiß.

Es gab Versuche, okay, und nicht gerade wenige. Schaffung eines gemeinsamen Marktes, die Wirtschaftsunion, akzeptiert. Auch die Zusammenarbeit der Polizei innerhalb Europas macht ja noch irgendwie Sinn (auch wenn es bereits vor dem Maastrichter Vertrag eine solche Behörde gab). Gemeinsame Außen- und Sicherheitspolitik? Hier bekomme ich Verständnisschwierigkeiten.

Wozu? Außerdem: Dass sich 27 Nationen vollkommen unterschiedlicher Sprache und Kultur auf eine gemeinsame Außen- und Sicherheitspolitik einigen können, war ja wohl von vorneherein sehr unwahrscheinlich. Und auch nicht sinnvoll: Schließlich haben verschiedene Staaten verschiedene Vorstellungen und Überzeugungen, verschiedene Werte. Deshalb gibt es ja Staatsgrenzen!

Was lange Sinn gemacht hatte, sollte plötzlich veraltet sein. Und so wurde, ohne dass die Bevölkerung gefragt wurde, einfach mal die EU beschlossen. Ein einziger Skandal.

Ganz von der Sinnhaftigkeit der EU als Idee abgesehen: Niemand kennt den Zweck des Parlaments, der Kommission und des Rates. Klar, es gibt auch hier Zuständigkeiten und dicke Bücher darüber, wer was macht und wie was funktioniert. Warum das ganze aber überhaupt notwendig ist, warum plötzlich alles, was 50 Jahre einwandfrei von souveränen Staaten erledigt wurde, nun von einer zentralistischen Bürokratiemaschinerie in Belgien und Frankreich erledigt werden soll, das konnte bislang niemand erklären, und das wird auch nie jemand erklären können, weil es keine Erklärung gibt.

Die einzige Möglichkeit, aus dem ganzen Schlamassel zu entkommen, ist, nicht zu wählen, alle kommenden Verträge scheitern zu lassen und so die Politik eventuell zum Einlenken zu bewegen.

Meine Vision ist, dass irgendwann alle EU-Institutionen geschlossen, die Gebäude umfunktioniert und die Milliarden an Steuergeldern den Bürgern zurückgezahlt werden, damit sie damit endlich machen können, was sie wollen, und nicht was das aufgeblähte Monster namens Staat will. Bei dem Gedanken an die unglaubliche Verschwendung und Sinnlosigkeit der EU, an dieses Parlament, in dem fette, überbezahlte Abgeordnete sitzen, wird mir schlecht. Dass wir einer linken Abgeorneten namens Wagenknecht, die offen für den Kommunismus eintritt, beim Hummeressen auf Staatskosten zusehen müssen, halte ich für bedenklich. Und dass alle Gelder vom Bürger kommen, der aber im gesamten Prozess über 30 Jahre nicht ein einziges Wörtchen mitgeredet hat; dass alles über seinen Kopf entschieden wurde, ist undemokratisch, schlimm und vor allem teuer.

Bei der Wahl zum EU-Parlament bleibe ich zuhause.

dalai_lama

Zu den nervigsten Zeitgenossen gehört für mich eindeutig der Dalai Lama. In regelmäßigen Intervallen macht der Buddhisten-Chef seine Europa- und Amerikatourneen, lächelt in jede Kamera und gibt irgendwelche Weisheiten von sich, die man in jedem schäbigen Lebenshilfe-Klassiker immer noch besser formuliert findet. Und bei jedem seiner Auftritte, sei es mit „Hessen-Hitler“ Roland Koch vor einem Jahr oder mit Kai Diekmann (selbst für den war sich der „Dalai“ nicht zu schade) frage ich mich: Was soll der Blödsinn eigentlich?

Ja, genau: Was sucht der Dalai Lama eigentlich bei uns? Die Freiheit Tibets? Ein nettes Hotelzimmer? Eine Frau fürs Leben?

Sollte es ihm wirklich um die Freiheit Tibets gehen, was ja zu vermuten wäre, führt man sich einmal die ganzen Claudia-Roth-Fans zu Gemüte, die bei jeder Gelegenheit ihre „Free Tibet“-Fahnen schwenken und sich dabei wahrscheinlich als Freiheitskämpfer fühlen, so würde ich dem Dalai bei dieser Gelegenheit raten, daheim zu bleiben, denn ein freies und autonomes Tibet wird es nie geben.

Warum denn auch? Haben die Chinesen nicht das Recht, ihren Boden gegen Volksaufstände zu verteidigen? Was wäre, wenn der sächsische Ministerpräsident (dessen Namen ich zu faul bin zu ergoogeln, weil er auch nichts zur Sache tut) plötzlich entschließt, einen eigenen Staat haben zu wollen, nachdem er 20 Jahre lang nur abkassiert hat? Dann reist er in der Welt herum, spielt den Anwalt eines unterdrückten Volkes, dem die bösen Deutschen nicht die Freiheit schenken wollen, gründet die „Free Saxony“-Bewegung, und alle Linksliberalen der Welt klatschen in die Hände: Endlich mal wieder ein Volk, dessen Freheit man einfordern kann!  Ja, was wäre eigentlich, wenn?

Aber Politik beiseite: Schließlich geht es mir eigentlich um die Person Dalai Lama.

Was muss sich der deutsche Papst praktisch wöchentlich (zu Recht!) um die Ohren hauen lassen: Veraltete Dogmen und Rituale, senil, weltfremd, wahrscheinlich sogar insgeheim Alt-Nazi.  Alles schön und recht, ich stimme zu!  Wer erklärt mir jetzt aber, dass ein (fast) glatzköpfiger asiatischer Tattergreis, der brav die Hände faltet und erklärt, er sei die Wiedergeburt einer Gottheit, als „cool“ gilt und von einem Großteil der westlichen Welt wie ein Popstar gefeiert wird?

Der Dalai Lama nervt! Warum bleibt er nicht einfach in Tibet und findet die Erleuchtung? Hier in Europa machen Politiker sowieso viel zu wenig; da fehlt es gerade noch, dass das Lama ihnen wegen eines Fototermins die Zeit stiehlt!

Uli_HoenessDas ganze Elend des Bayern-Vorstands – und vor allem ganz speziell das von Uli Hoeneß – wurde mir vor ungefähr zwei Wochen bewusst, als die Meldung zu vernehmen war, der FC Bayern wolle zur kommenden Saison wieder mit einer Raute spielen. Diese Idee finde ich gar nicht mal so schlecht! Schließlich ist die Raute ein traditionell brauchbares System; so gibt es durchaus noch ein paar auch international recht erfolgreiche Mannschaften, die damit auflaufen, wenn auch das Spiel mit einer echten Nummer 10 eigentlich aus der Mode gekommen ist und man mittlerweile vorzugsweise wieder auf schnelle Außenspieler setzt (siehe auch die beiden diesjährigen Champions-League-Finalisten, Manchester und Barcelona).

Also, nichts für ungut, Raute okay! Doch Moment mal: Vor zwei Wochen war doch noch garnicht klar, wer neuer Trainer bei den Bayern wird! Seit gestern ist dies zwar geklärt; meines Wissens hat van Gaal aber noch nicht gesagt, mit welchem System er spielen will. Da er Holländer ist und bereits bei Ajax tätig war, würde man eher vermuten, dass er ein 4-3-3 aufziehen will. Man weiß es schlicht und einfach nicht.

Und genau das ist der Punkt: Bei Bayern beschließt man schon einmal einfach ohne Abstimmung, was getan wird. Entscheidungen bricht Hoeneß einfach übers Knie, und zwar meistens dann, wenn er aufgrund des unbefriedigenden Saisonverlaufs mal wieder richtig angepisst ist.

Siehe 2007: Krisenjahr, Hitzfeld musste als Feuerwehrmann einspringen, nur Vierter, Champions-League-Teilnahme verpasst. Nach der 0:2-Schlappe in Stuttgart kurz vor Saisonende platzt Hoeneß der Kragen: Das Konto wird geplündert, jetzt wird richtig eingekauft. Doch auch damals schon handelte es sich um einen Hoeneß-Alleingang, ohne ein Konzept für die Zukunft zu haben. Damals war lediglich klar, dass Hitzfeld noch ein Jahr macht. Klinsmann „erbte“ 2008 nur diesen zusammengewürfelten Kader und musste dann zusehen, wie er damit zurechtkommt.

Ein weiteres Problem neben der eben dargestellten Hoeneßschen Kurzsichtkeit ist eine fette Portion Scheinheiligkeit: Wäre es nicht einfach ehrlicher, von Anfang an zu sagen, dass es einem eigentlich völlig egal ist, wie ein Trainer arbeitet, wie er mit den Spielern umgeht, welche Trainingsmethodik er verfolgt, was für ein Konzept er – wenn überhaupt – hat, so lange er Erfolg garantiert? Nein, das geht natürlich nicht! Stattdessen muss von Konzepten, „die uns überzeugt haben“ schwadroniert werden und von „Philosophien“.

Dass man aber vor einem Jahr noch von einem vollkommen unerfahrenen Jungtrainer überzeugt war, der von einer revolutionären Philosophie euphorisiert nach München kam und mehr oder weniger alles innerhalb eines Monats umkrempeln wollte – und dass man jetzt, ein relativ bescheidenes, ernüchterndes und vor allem erfolgloses Dreivierteljahr später für einen über 60-jährigen Haudegen, der sich bekanntermaßen nichts sagen lässt, für nichts Neues offen ist, der als arrogant und als absoluter Dikator auf dem Trainingsplatz gilt, genausoviel Begeisterung aufbringt, ist nicht mal für den größten Fan nachvollziehbar.

Dieser Vorstand ist so ziel- und planlos, hat so offensichtlich keine Ausrichtung, keine Strategie und keine Ideen, dass man nur hoffen kann, dass Hoeneß seine Drohung, nach 2009 noch ein Jahr dranzuhängen, nicht wahr macht. Die Chancen stehen nämlich nicht schlecht, dass der Choleriker seinem bröckelnden Denkmal mit jedem Jahr und jedem dazugehörigen Trainerwechsel noch größeren Schaden zufügt, oder es gar endgültig zerstört.

erde3 Ich hatte lange nichts  von Joschka Fischer gehört – das kann einerseits an meiner eigenen Lethargie und meinem Desinteresse an der Person und seiner Geschichte liegen, kann aber auch – und ich gehe eher von letzterem aus – daran liegen, dass der Außenminister a.D. mit anderen „Projekten“ beschäftigt ist, zum Beispiel damit, seiner ca. 70 Jahre jüngeren Lebensgefährtin Barati, die sich dem Vernehmen nach als „Filmschaffende“ weitgehend in der talentfreien Zone aufhält, durch allerlei erstklassige Connections Tür und Tor zur deutschen Prominenz zu öffnen. Vielleicht hat er ja zwischenzeitlich auch ein Buch veröffentlicht, ohne sich mit Fakten zu beschäftigen, oder ist ein paar Marathons gelaufen – es ist mir eigentlich ja auch ziemlich egal. Erwähnenswert finde ich aber, wie plump er in seinem Beitrag auf süddeutsche.de („Wege aus der Klimakrise – gibt’s nicht geht nicht“  http://www.sueddeutsche.de/politik/466/468034/text/6/) die grüne Mär von der globalen Erwärmung weiterspinnt. Fischer schlägt grob gesagt vor, man müsse „nur die Antworten der Weltwirtschaftskrise und der Weltklimakrise miteinander verknüpfen“, um zu einer Lösung beider zu kommen und versteigt sich später noch zu der Aussage, das „Megaprojekt des 21.Jahrunderts“ müsse eine „grüne Revolution der Weltwirtschaft“ sein.

Nur ein paar Anmerkungen dazu: Es ist klar, dass es eine grüne politische Agenda ohne den Mythos „Klimawandel“ sehr schwer hätte. Ist das aber ein Grund, eine Verschwörungstheorie vorbehaltlos zu schlucken? Jeder, der sich über den „Klimawandel“ informiert und nicht blindlings der linken Propagandamaschinerie aufsitzt, merkt ziemlich schnell, dass der sogenannte Klimawandel milde gesagt umstritten ist. Zwar gibt es eine ganze Menge Wissenschaftler, die Zusammenhänge zwischen vom Menschen verursachten CO2-Emissionen und Temperaturschwankungen ausmachen (es gibt wiederum andere, die die selben Phänomene anders begründen). Von diesen Wissenschaftlern jedoch sind die meisten (!) der Ansicht, dass die vom Menschen verursachten Effekte marginal sind, und dass vor allem eine Verringerung der CO2-Emissionen fast vollkommen wirkungslos bleiben würde. Einer der bekanntesten „Klimaskeptiker“, der dänische Publizist Björn Lomborg, kritisiert z.B.das Festhalten an den Zielen des  Kyoto-Protokolls, da dessen Umsetzung praktisch keinen Nutzen gegen die globale Erwärmung brächte und die Erwärmung im besten Fall um fünf Jahre hinauszögern könne. Tausende Menschlenleben könnten seiner Ansicht nach gerettet werden, wenn nur 1% der Steuergelder, die weltweit für den Mythos der globalen Erwärmung und deren „Bekämpfung“ ausgegeben werden, für Nahrungsmittel und Hungerhilfe verwendet würden.

Doch die Propaganda-Maschine läuft, und leider gibt es in Deutschland scheinbar einen medialen Konsens über „den Klimawandel“.

Alles, was man tun kann, ist zu hoffen, dass im September keiner die Klimalügner in Grün wählt, und dass Joschka Fischer wieder seiner kreativen Frau dabei hilft, kreativ zu sein, und sich weitgehend aus dem öffentlichen Leben zurückzieht

Dik Ta Tor!

Februar 10, 2009

filmkritikerWenn ich Diktator wäre…

…müssten Film-, Fernseh- und Buchkritiker für die Verwendung der Wörter „meisterhaft“ bzw. „ein Meisterwerk“, „düster“, „beklemmend“ sowie „verstörend“ bestraft werden.

Wenn man als Kritiker arbeitet, und immer noch nicht gemerkt hat, dass die eben genannten Wörter in jeder noch so schäbigen „TV-Spielfilm“-Kritik geradezu hyperinflationär gebraucht werden, dann hat man seinen Beruf verfehlt. Die deutsche Sprache bietet durchaus mehr an, um die Güte eines Stückes oder eines Filmes zu beschreiben, als das Wort „Meisterwerk“. Gleiches gilt für die anderen Ausdrücke. Und was soll ein „verstörender“ Film überhaupt sein?